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Das Zürcher Schulfach «Religion & Kultur» ist eine Mogelpackung und muss gestoppt werden

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Kultur kann nur verstanden werden auf dem Hintergrund ihrer Geschichte, also gehört sie ins Fach Geschichte. Religion ist nur ein Teilbereich der Kultur.

Ein Fach «Filosofie & Ethik» soll zwar bei den alten Griechen und Römern beginnen, Ausflüge in andere Kulturen (China, Arabien, Indien) machen dann aber den Fokus auf die europäische Filosofie seit der Renaissance bis hin zu den modernen, noch lebenden Materialisten wie Schmidt-Salomon, Bernulf Kanitscheider oder Richard David Precht legen. Zur Ethik gehören vor allem unsere modernen, toleranten, liberalen, humanistischen Werte, welche auf der Filosofie seit der Renaissance aufbauen.
5 Kommentare
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Jap, braucht es tatsächlich. By the wy Marc, es gibt verschiedene Ethiken. Ich glaube, die Schüler sollten in der Tat breiter "befächert" werden.
Ich hatte erst in der Berufsmatura die Möglichkeit, auf schulischem Wege mehr über Philosophie und Co zu lernen. Es kann ja nicht sein, dass Schüler in 9 Jahren nie etwas davon mitbekommen.
Michael Estermann - JCVP vor 4 Tagen Verstoss melden
Wir Schweizer teilen uns wahrscheinlich quer durch alle religiösen Ansichten eine recht einheitliche Ethik, die geprägt ist von Humanismus und individueller Freiheit. «Ethik» ist nichts absolutes, sondern eine Art «Vertrag», welche die Gesellschaft aushandelt, und uber den breiter Konsens herrscht.

Unsere Gesetze sind quasi die Spitze des Eisbergs «Ethik»: Ethik geht tiefer als unsere Gesetze und bildet deren Basis. Ethik umfasst auch all die ungeschriebenen Gesetze, an die wir uns einfach so halten, weil wir das als «richtig» empfinden.

Je besser die Ethik verankert ist, desto weniger Gesetze braucht es.

Ich denke, dass sich «Ethik» im Schulfach auf die Ethik unserer Gesellschaft konzentrieren kann und nicht allzu breit gefächert sein muss. Ein Blick über den Tellerrand gehört aber selbstverständlich dazu.
Marc Wäckerlin - kandidiert für Kantonsrat Zürich, Piraten vor 4 Tagen Verstoss melden
Ah, wenn schon denschon. Ich hatte in der Lehre 3 Jahre das Fach Ethik. Aber nicht nur die hummanistische Ethik. Auch die christliche Ethik, die Jüdische, die Muslimische und so weiter.
Ich kann Dir sagen, es hilt nur, möglichst breit befächert zu werden
Michael Estermann - JCVP vor 4 Tagen Verstoss melden
Ich habe nichts gegen eine breite Fächerung. Aber konzentrieren sollte man sich auf die *gemeinsamen* humanistischen Werte.
Marc Wäckerlin - kandidiert für Kantonsrat Zürich, Piraten vor 4 Tagen Verstoss melden
ich denke, dass wäre falsch. Erst wenn eine Person die Ethik der Anderen kennt, können wir gemeinsam gut leben
Michael Estermann - JCVP vor 4 Tagen Verstoss melden
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Viele Schweizer machen sich nicht viel aus Religion. Das muss in einem solchen Schulfach berücksichtigt werden.
6 Kommentare
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In meiner Gymnasialzeit gab es ein Fach Religion (bis zur zweiten Klasse). In diesem Fach wurden wir objektiv über die weltweit wichtigsten Religionen, aber auch über Strömungen wie Atheismus informiert. Was Du hier vorschlägst, ist eigentlich bloss ein Etikettenwechsel und daher absolut unnötig.
Ob ein Fach nun "Religion", "Philosophie und Ethik" oder "Mensch und Umwelt" heisst, ist schlussendlich irrelevant und zielt am eigentlichen Scheinproblem vorbei.
Die Frage ist wohl eher, was wir in den Lehrplan integrieren wollen und was nicht. Atheismus und Agnostizismus lassen sich ohne Probleme in ein Fach "Religion" einbetten. Dafür braucht es kein neues Fach. Wenn man deswegen schlaflose Nächte hat, kann man von mir aus das Fach "Religion" auch umbennenn.
Charles Schnyder von Wartensee - JCVP vor 5 Tagen Verstoss melden
Es geht mir nicht nur um die Etikette, sondern auch um die inhaltliche Gewichtung. Heute machen sich viele Menschen nicht mehr viel aus Religion. Selbst unter denen, die noch Kirchenmitglieder sind, aus welchem Grund auch immer, gibt es viele «Ungläubige». Man soll die Religion nicht wieder künstlich aufwerten. Gerade im Konflikt mit Einwanderern wäre weniger Religion hilfreicher.
Marc Wäckerlin - kandidiert für Kantonsrat Zürich, Piraten vor 4 Tagen Verstoss melden
Ich glaube nicht das es im Schulunterricht beim Fach Religion um Religionsaufwertung geht. Das mag vielleicht noch im Religionsunterricht der Fall sein den die Kirche selber für ihre Sprösslinge anbietet. Bei "meinem" Unterricht wurden alle Religionen mit der selben Distanz behandelt.
Ich kann hier nur fürs Gymnasium sprechen. Im Fach Religion gab es bei uns alles. Religonen, Ethik und Atheismus.
Das Fach Philosophie gab es als zusätzliches Freifach. Habe ich auch gewählt. Deiner anderen Forderung, man bräuche ein Fach Philosophie und Ethik, kann ich daher nur vollstes Verständnis entgegenbringen. Allerdings wird es mit dem zu behandelnden Stoffumfang äusserst heikel. Was ich mich gefragt habe: in welchen Klassenstufen möchtest Du Philo und Ethik unterrichten lassen?

Charles Schnyder von Wartensee - JCVP vor 4 Tagen Verstoss melden
Um noch realpolitischer zu werden:
Wir dürfen den Lehrermangel nicht ausblenden. Wir müssen schon jetzt absolut irrsinnige Sparübungen an der Schule durchführen, wobei die Qualität der Bildung langfristig darunter leiden MUSS!
Es ist heikel in solch einer Situation ein neues Fach einzuführen.
Daher wäre ein Fach Philo und Ethik wohl eher als Freifach geeignet, anstatt als reguläres Fach.
Fächer wie "Religion" und "Philo&Ethik" kann man kaum zusammen in ein Fach unterbringen. Es wird auch problematisch beide Fächer nebeneinander zu unterrichten. Deshalb muss man eines der beiden Fächer zwangsweise als Freifach unterrichten.
Charles Schnyder von Wartensee - JCVP vor 4 Tagen Verstoss melden
Charles, wenn das so ist, dass alles fair präsentiert wird, dann kann man das Fach so durchgehen lassen. Andreas schätzt das aber anders ein, und er ist immerhin an der Ausarbeitung beteiligt ...
Marc Wäckerlin - kandidiert für Kantonsrat Zürich, Piraten vor 4 Tagen Verstoss melden
Wie gesagt, ich kann hier bloss für meine Schule sprechen. Wie es in anderen Schulen aussieht, kann ich nicht objektiv genug beurteilen. Schlussendlich kommt es wohl auch extrem auf die unterrichtende Lehrperson an.
Charles Schnyder von Wartensee - JCVP vor 4 Tagen Verstoss melden
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Mit dem Weglassen von Hinweisen auf eine weltliche Ethik wird der Eindruck vermittelt, gesellschaftliche Werte kämen zwingend in einem religiösen Korsett daher. Das ist eine unzulässige Geschichtsklitterung, schliesslich konnten zentrale Selbstbestimmungsrechte, die unsere heutige Gesellschaft prägen, nur gegen den erbitterten Widerstand des Klerus durchgesetzt werden.

Die Fokussierung auf das Religiöse — selbst weltliche Kultur bleibt gänzlich aussen vor — diskriminiert Kinder aus säkularen Haushalten. Sie werden mit ihren Erfahrungen und Wertemodellen nicht abgeholt. Und besonderes in den unteren Schulklassen ist zu erwarten, dass sie einen Druck verspüren werden, aus der religiösen «Angebotspalette» etwas auszuwählen.

Der federführende Bildungsrat Jürgen Oelkers und mit ihm die Bildungsdirektion nehmen mutwillig Kurs auf den Eisberg, denn in dieser Form verstösst das Fach gegen das verfassungsmässige Verbot, Kinder unter Zwang Religionsunterricht auszusetzen.

Andere Kantone, z. B. Graubünden, vereinen Ethik und Religionskunde ganz bewusst in einem Fach. Zürich muss einen vergleichbaren Weg gehen oder die Übung abbrechen.
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Eigentlich müssten Kinder vor Religion geschützt werden bis zur Mündigkeit, genau wie vor Tabak und Alkohol.
Thomas Schmucker 23. Juni 2010 Verstoss melden
Zuerst: Wer etwas mehr erfahren will
http://www.volksschulamt.zh.ch/internet/bi/vsa/de/Schulbetrieb/U-bereiche/PundS/MundU/RuKPrim.SubContainerList.SubContainer3.ContentContainerList.0009.DownloadFile.pdf?CFC_cK=1277282101363 (Der dazugehörige Lehrplan)

Der Grundgedanke dieses Faches ist in meinen Augen sehr lobenswert und das Fach selbst in der heutigen Zeit mehr als nötig.

Schlussendlich steht und fällt es natürlich mit der Lehrperson, welche wohl in den meisten Fällen christlich geprägt ist. Hier stellt sich mir die Frage, ob diese Person tatsächlich unvoreingenommen lehren kann.
Das zweite Problem ist, dass während der gesamten Unterstufe nur das Christentum gelehrt wird, inklusive sogenannter "biblischen Geschichten". Wie werden die den vermittelt?
Klar als "Geschichten" deklariert oder handelt es sich einfach nur um das Unterrichtsfach "biblische Geschichte" im neuen Gewand.
Entweder sollte man bereits in der Unterstufe alle Religionen behandeln oder das Fach erst ab ....
Michael H - Piraten 23. Juni 2010 Verstoss melden
Mittelstufe einführen.

Die von Andreas eingebrachte Kritik kann ich voll und ganz unterstützen. Im Lehrplan scheint Agnostizismus/Atheismus/weltliche Werte etc. nicht vorgesehen zu sein. Diese Wertvorstellung müssten aber meiner Meinung nach die 6. Säule (neben den 5 grossen Religionen) dieses Faches bilden. Gerade in Zeiten, in denen sich viele (bzw. mehr als früher9 Leute zu keiner Religion bekennen, muss dies berücksichtigt werden.
Michael H - Piraten 23. Juni 2010 Verstoss melden
Ich kann mich da nur Herrn Häberle anschliessen. Das Fach ist ja nicht dafür beabsichtigt Kinder für eine Religion zu gewinnen, sondern deren Geschichte und kulturelle Hintergründe zu studieren. Religion ist ja deshalb auch ein (es der interessanteren) Studienfächer an den grossen Universitäten, wohin es Alkohol und Tabak nicht geschafft haben (wenn wir mal von gewissen philosophischen Fakultäten absehen...). Ich denke es ist sehr wichtig, dass hier ein Fach Religion nicht mit der Institution Religion (=Kirche) verwechselt wird.
Gabriel Hase 23. Juni 2010 Verstoss melden
@Gabriel Hase
Das Problem am Fach ist dessen anachronistische Ansatz: Es ist eine marginale Weiterentwicklung des bisherigen Religionsunterrichts mit Abmeldemöglichkeit. Auch wenn kein Bekenntnis zu einer bestimmten Religion abverlangt wird, suggeriert das Fach, dass Religion in der Gesellschaft allgegenwärtig sei und dass Religiosität für jeden einzelnen der Normalfall sei. Beides stellt eine Verzerrung dar.

Es wird im Fach ganz bewusst keine Gesamtschau der Wertemodelle geboten. Die Vertreter der Bildungsdirektion verweisen auf die anderen Stunden des Fachs «Mensch und Umwelt», um weltliche Ethik aufzunehmen. allerdings gibt es dafür keine Lernziele — Bildungsrat Jürgen Oelkers will sogar, dass der Kanton Zürich diesbezüglich beim interkantonalen Lehrplan 21 nicht mitmacht — und es geht schlicht nicht an, dass einem Kind aus einem weltlich geprägten Haushalt vermittelt wird «Deine Einstelluhgen haben in diesem Fach keinen Platz, damit kannst Du vielleicht in der Klassenratsstunde kommen.»
Andreas Kyriacou - Grüne 24. Juni 2010 Verstoss melden
Religion jedweder Couleur ist patriarchale Gehirnwäsche und ist als solche von Kindern und Jugendlichen fern zu halten.
Martha Kalchofner 24. Juni 2010 Verstoss melden
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